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Kunstaktion "Gesellschaftessen" | ||||||||||
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Grundidee: Die Aktion hat zwei Aspekte: a) Das Essen, bei welchem die Speisen absichtsvoll ,,ungerecht" unter den Essenden verteilt werden. b) Eine Malaktion, mit der ich das Essen begleite, gleichzeitig illustriere, unterstreiche, störe, ablenke und hinlenke. (Dieser Aktionsteil ist von Fall zu Fall mit unterschiedlicher Intensität auszuführen. Es handelt sich um keine strikte Vorgabe. b kann sogar ganz fehlen. Die Essaktion würde dann in Reinkultur ausgeführt.) In b bin ich ,,Materialsucher", "Stöberer" im Environment, in der Aktion und drum herum. Happening oder Performance, Zufälliges oder Geplantes alles wird Malmaterial, Gestaltungsvorbild, Zeichenanlaß. Nicht nur die Essenden, alle Anwesenden werden Zeichenobjekte sein. Die Aktion wird durch Vorgaben und Zeitplan bestimmt. Beteiligte Personen: a) Geladene und ungeladene Essende: 15 Personen. Bis zu 4 weitere Personen können sich rechts und links - symmetrisch verteilt, versteht sich - zugehörig fühlen. b) Kellner: Einen für den mittleren Platz allein. Er sollte ein gelernter Kellner sein, mit besten Manieren. Einen für die Tische der zweiten Gruppierungen: Unauffällig, diskret und korrekt. Für die äußeren Tische einen oder zwei, die gelegentlich durch Grobheiten auffallen. c) Gastgeber: Diese Rolle ist eine hinführende, erklärende Rolle, die aber nicht überzogen werden soll. Das Verblüffende, befremdende Eindrücke und Aha-Erlebnissen sollen nicht vorweggenommen oder vermieden werden. d) Film- oder Kamerateams(x) , Zulieferer der Speisen, Presse, Gäste usw.: Diese werden als Motive der Malaktion einbezogen. Die ganze Umgebung wird zum Aktionselement, wie ein Spiegelsaal, der sich selbst spiegelt und sich selbst oder nur sein Spiegeln zeigen kann, je nach Beobachterstandpunkt. x) Bei der einen oder anderen Aktion soll auch ein Film ,,Gesellschaftessen - Mutterländisches Mahl" realisiert werden. Hier ist zusätzlich eine konkretere Planung erforderlich. jedenfalls muß das Filmteam reflektiv arbeiten und sich selbst in den Film mit einbeziehen. Die Summe aller Ereignisse wird dann im Film sichtbar: Ähnlich, wie auf einem Ball, bei welchem Unterhaltung beim Publikum schon durch sein sich selbst Beobachten erzeugt wird. Aufbau der Tafel: Die Aktion kann vor dem Hintergrund des 7-teiligen Leinwandbildes ,,Gesellschaftessen oder einer Weiterentwicklung dieses Themas (Gemälde) stattfinden Weitere Bilder von mir zum Thema oder eine Ausstellung meiner Arbeiten können damit verknüpft sein. Fünf, etwa gleichgroße Tische, werden versetzt, aber symmetrisch aufgestellt. Nur die drei mittleren Tische sind mit Tischdecken versehen.
Am mittleren Tisch wird nur fur eine Person, die auf einem Armstuhl sitzt, gedeckt. Die beiden daran anschließenden Tische sind symmetrisch für jeweils zwei Personen, gedeckt die äußere der beiden wird jeweils schlechter behandelt und bedient. Hier spiegelt sich wie in einem Mikrokosmos das Thema des ganzen Essens. Dies geschieht auch an den äußeren Tischen, wenngleich auf einem deutlich roheren und unverfeinerteren Level. Hier sind jeweils weitere zwei Sitzplätze (Hocker und Schemel) sowie drei Stehplätze vorgesehen. Der gestaffelt rauhe Umgangston wird eventuell von ausgebildeten Schauspielern, welche die Ober spielen, erreicht. Diese Teilereignisse dürfen aber nicht vom Ganzen ablenken. Exakte Vorgaben müssen bei der jeweiligen Planung festgelegt und vertraglich vereinbart werden. Speisenfolge - Aktionsfolge - Zeitplan (Beispiel): Die konkreten Inhalte müssen beispielsweise mit einem Hotel oder Partyservice abgesprochen werden.
Ab jetzt kann für alle Anwesende etwas zum Trinken und zu Essen angeboten werden. Die Essaktion ist hiermit beendet, doch stelle ich mir vor, daß die Malaktion bei einem jetzt sich entspinnenden Gespräch noch eine Weile fortgesetzt wird. Für den Fall, daß eine solche überhaupt geplant ist. |